Wahlkreisvorsitzender Wolfgang Berns bedankte sich bei Wahlkreiskandidatin Brunhilde Franz (Haiger) für deren Einsatz im Landtagswahlkampf und bezeichnete Franz als herausragendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Ohne mit einem aussichtsreichen Listenplatz für den Landtag versehen zu sein, habe sie dennoch vorbildlich die Position der FDP zu den drängendsten Landesthemen deutlich gemacht. Damit habe sie nicht nur mit 7,2% für ein nochmals verbessertes Zweitstimmenergebnis für die FDP gesorgt, sondern auch das drittbeste Erststimmenergebnis aller Direktkandidaten eingefahren. Das gute Erststimmenergebnis belege zudem die hohe persönliche Anerkennung, die sie bei ihrer insgesamt vierten Kandidatur im Wahlkreis erfahren habe. Franz selbst bedankte sich beim Wahlkampfteam und sagte, noch nie habe ihr eine Kandidatur, trotz aller damit verbundenen Belastungen, soviel Freude gemacht. Man könne auch weiter auf sie zählen.
Von besonderem Interesse für die FDP-Mitglieder war Jürgen Lenders Einschätzung der aktuellen landespolitischen Situation. Lenders machte deutlich, dass man sich von Seiten der FDP-Fraktion ernsthaft um eine Regierungskoalition aus CDU, FDP und B`90/Die Grünen bemühe. Klar sei aber auch, dass es dafür nur ein bestimmtes Zeitfenster gebe. Wenn B`90/Die Grünen, wie derzeit, bestimmte Themen wie z.B. die Frage von Studiengebühren gemeinsam mit SPD und Linke „abräumen", um dann irgendwann auf Jamaika-Kurs einzuschwenken, dann drohe die Gefahr, dass eine Regierungskoalition in der angestrebten Weise nicht mehr zustande kommen könne.
Der liberale Gast aus Wiesbaden sah nicht nur in den zum Jahresende anstehenden Beratungen zum Landeshaushalt einen Knackpunkt für notwendige landespolitische Reaktionen. Auch der 2010 auslaufende Landesentwicklungsplan bedürfe dringend der Fortschreibung. So bereite momentan die demographische Entwicklung im ländlichen Raum, auch an Lahn und Dill, den Landesplanern große Sorgen. Man spreche unter Demographen bereits von „Entleerungsgebieten", drohten doch z.B. in nordhessischen Kreisen bis 2050 Bevölkerungsverluste von bis zu 40%. Lenders zeigte sich auch besorgt über geäußerte Befürchtungen, dass die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Ypsilanti im Herbst dieses Jahres nochmals den Versuch einer Regierungsbildung in Hessen, unter Mithilfe der Linkspartei, starten wolle. Er sei davon überzeugt, dass ein solcher Versuch die SPD „zerreißen" werde. Daran könne niemand interessiert sein, am wenigsten die sozialdemokratische Basis selbst.





